Hornviper (Cerastes cerastes), Vipern (Viperidae)

Verbreitungsgebiet/Lebensraum:
Gesamte Sahara, Sand- und Steinwüsten.

Kennzeichen: Schlange, Körperlänge bis ca 60 cm. Körper typisch Viper-artig massiv mit kurzem, auslaufendem Schwanz, bräunlich, mit dunkleren Querbinden. Über den Augen 2 auffällige "Hörner" (ihrer nahen Verwandte, der Avicenna- oder Sandviper fehlen die Hörner).


Ernährung: Kleine nagetiere, Vögel, Eidechsen.

Fundort: Sand- und Steinwüste

Hornvipern suchen entweder Grasbüschel und Büsche in ihren Lebensraum systematisch nach Fressbarem ab, oder sie graben sich in lockerem Sand ein und lauern auf Beute. In dem Fall sind nur noch die Augen sichtbar. Im Sommer sind Hornvipern Dämmerungs- und nachtaktiv. Im Winterhalbjahr, wenn die Nächte kühler werden, fallen sie an einem geschützten Ort (Mäuselöcher, Felsspalten) in eine Winterstarre. Im Frühjahr, wenn die Nächte wieder wärmer werden, sind sie am frühen Morgen und späten Nachmittag aktiv.

Hornvipern flüchten, sobald sie die Vibrationen von Schritten spüren - sie haben kein Interesse an Begegnungen mit grossen Tieren/Menschen/Feinden. Sollte aus irgendeinem dummen Zufall eine Hornviper überrascht werden, so dass sie nicht mehr flüchten kann, warnt sie mit einem durchdringenden Zischen, das sie mit Aneinanderreiben von Schuppen erzeugt.

Bisse von Hornvipern sind hochgiftig. Erstaunlich ist jedoch, dass Unfälle mit Schlangenbissen ausserordentlich selten sind. Ich habe mal die Männer einer Begleitequipe nach Unfällen im Gebiet der Wanderung gefragt: Sie konnten sich insgesamt an lediglich 3 Schlangenbisse erinnern (2 davon waren Nomadenfrauen, die Holz suchten, 1 ein etwa 11-jähriges Nomadenkind). Keine der Personen starb. Einer der Frauen musste der Fuss amputiert werden, weil das Schlangengift Gewebe zerstört hatte und dazu noch eine heftige Infektion der Wunde auftrat. Unfälle zwischen Schlangen und TouristInnen kannten sie keine und hatten auch nie von einem solchen gehört.

Eine Geschichte, die wir in Europa oft hören: Vipern kriechen in den Schlafsack von Leuten, die draussen übernachten. Dies verneinten die Männer klar, denn sobald die Vipern Menschen riechen würden, flüchten sie.

Die Lieblingsspeise der Vipern, Mäuse halten sich vorzugsweise in der Nähe von Büschen und Grasbüscheln auf. Deshalb ist es ratsam, Abstand von Vegetation zu halten, wenn man ohne Zelt draussen schläft.

Hornvipern legen Gelege von um die 20 Eiern. Die Jungen schlüpfen im Sommer (Juni/Juli).

Das Spurbild (unterstes Bild) sind meist einzelne "unabhängige" Streifen, schräg zur Spurrichtung versetzt. Die Schlangen bewegen sich dabei so fort, dass nur ein Teil ihres Körpers den Boden berührt, mit dem sogenannten "Seitenwinden".

Weitere Informationen: Link
  • Hornviper_1
  • Hornviper_2
  • Hornviper_3